Mittwoch, 6. Dezember 2017

LETZTER WEIHNACHTS-TERMIN in der RINGSTRASSENGALERIE



VINTAGE-MODESCHMUCK & WEIHNACHTLICHES

Sonntag, 17. Dezember 2017

10 - 16 Uhr

1010 Wien, Ringstrassengalerie, Kärntnerring 5-7


FLUORIT-KETTE, 

Anhänger Messing, Schmuckstein, Provenience Nordafrika

Magnetschließe, neu gefädelt  Euro 160,--

 
"Frosted flowers" Acryl/Leinen, 50 x 70 cm

Ich freue mich auf Ihren/Deinen Besuch!
Mit herzlichen Grüßen!
ART FOR SALE! Gitta Landgraf-Hausmann
+43 0664 - 322 93 30
 

gitta.landgraf@gmail.com     artforsale.wien@gmail.com   

www.artforsale.wien



Montag, 4. Dezember 2017

"Süßer die Geigen nie klingen" 2. Weihnachtsgeschichte



Süßer die Geigen nie klingen....

 




Friedvolle Stille lag an diesem Heiligabend über dem verschneiten Tal. Es erstreckte sich zwischen gewaltigen Bergen, die bis weit hinauf von mächtigen Fichtenwäldern bedeckt waren, bevor der Schnee in ewiges Eis überging.
Die Nächte zuvor waren sturmdurchtobt, so dass man wahrlich annehmen konnte, die wilde Jagd sei zu dieser Zeit wieder unterwegs. Mensch und Tier duckten sich in abergläubischer Furcht, da in den finsteren Winternächten all die bösen und Unheil bringenden Mächte unterwegs waren. Und so mancher schlug vorsichtshalber ein Kreuz, um den Schutz des Herrn für Mensch und Tier zu erbitten.
Jetzt allerdings zeigte der wolkenlose, samtblaue, von Sternen übersäte Nachthimmel am Horizont einen breiten silbrigen Streifen, der die friedliche daliegende Landschaft erkennen ließ. Die von den Schneemassen beinahe begrabenen Häuser waren nur an den erhellten Fenstern auszumachen, oder an der Rauchfahne, die steil aus dem Kamin aufstieg.
Der Weihnachtsabend war angebrochen, und die Menschen hatten sich bereits in ihren Häusern zusammengefunden, um dies zu feiern.
In einem Häuschen, das ein wenig abseits stand, war der alte André jedoch noch emsig am Werk. Heute war es endlich soweit. Und er summte und brummte bei diesem Gedanken fröhlich vor sich hin.
Der schwere, große Holztisch in der Stube des Geigenbauers war zur Feier des Tages mit einem weißen Tuch und Tannenreisig festlich geschmückt. Ein dunkelgrüner mit Wasser gefüllter Krug stand neben dem bescheidenen Mahl. Ein rotbackiger Apfel, den André zuvor sorgfältig mit dem Jackenärmel poliert hatte, lag daneben und wartete darauf, verspeist zu werden.
André war schon an die siebzig Jahre alt und hatte nie Wert auf üppige Nahrung gelegt. Selbst bei den mehrgängigen Festmahlen, die in der Weihnachtszeit und zu Jahresbeginn üblich sind,  hatte er nie mitgeschlemmt. Wahrscheinlich war er aber gerade wegen seines Maßhaltens so kerngesund geblieben und noch immer rüstig unterwegs.
Noch immer summte er fröhlich vor sich hin
Er hatte in seinem Leben schon viele, viele Geigen gebaut, die auch von berühmten Künstlern gespielt worden waren. Aber insgeheim hatte er immer davon geträumt, etwas ganz besonderes zu schaffen.
Eine ganz besondere Geige zu bauen.
Und das hatte er jetzt endlich getan.
Er hielt es nicht länger aus und durchmaß hastig den mit Holz getäfelten Raum, der ihm zugleich als Arbeits- und Wohnzimmer diente. Hier roch es stets nach duftenden Fichten- und Ahornhölzern, Leim und zitronengelbem Collophonium. Materialien, die er für den Bau seiner Geigen benötigte.
In einer Ecke der Stube pendelten an einem Draht etliche Stege, die langsam vor sich hintrockneten; darauf warteten, großen Einfluss auf Klangstärke und Klangfarbe der zukünftigen Violinen zu haben.
Die Kunst des Geigenbauens hatte er von seinem Vater erlernt, der selbst auf eine Reihe von Vorfahren zurückblicken konnte, die diese Tätigkeit ausübten. Und auch André selbst hatte einen Sohn, der ebenfalls Geigenbauer war, die Tradition fortsetzte und mit seiner Familie nur wenige Häuser weiter lebte.
Wunderschöne Violinen und Celli erschuf Andrés Familie durch all die Jahrhunderte hindurch und veränderte dabei die traditionellen Formen bis zum heutigen Tage nicht.
Aufgeregt beugte sich André jetzt über einen etwas abseits stehenden Tisch. Auf dem lag eine Geige, die für einen Erwachsenen viel zu klein war. Viel eher für Kinderhände geschaffen schien.
Andrés Augen leuchteten auf, als er sein Meisterwerk nochmals aufmerksam betrachtete.
Länger als zwölf Stunden hatte er ängstlich darauf geachtet, kein bisschen Staub zu verursachen. Er hatte darauf gewartet, dass der sorgfältig, Schicht für Schicht aufgetragene Lack endgültig trocknete. Ansonsten wären nämlich seine Fingerabdrücke bei der geringsten Berührung des Instrumentes sichtbar geblieben und hätten alles verdorben.
Die Oberfläche war jedoch makellos glatt gelungen und glänzte nun feuriggolden im Schein des offenen Feuers, das im Kamin leise vor sich hin gloste.
Zärtlich strichen Andrés schwere Hände, deren Daumen von der schwierigen Arbeit deformiert waren, über das Instrument. Beinahe hatte er Angst vor dieser Berührung, denn auch seine Finger und Handballen waren durch den Gebrauch von Schnitzer und Hohleisen rau und rissig geworden. Schienen nicht geeignet, Empfindliches zu streicheln.
Traurig betrachtete er seine Hände.
Einerseits hatten sie so viel Schönes geschaffen. Andererseits hatten sie ihm aber auch verwehrt, das zu werden, wovon er als Junge geträumt hatte.
Geigenvirtuose wollte er sein.
Durch die Welt reisen.
Und den Menschen mit seiner Musik Freude bereiten.
Er seufzte tief auf.
Das Talent dazu wäre schon vorhanden gewesen. Aber das Leben hatte eben andere Pläne mit ihm gehabt.
Lange Zeit hatte er mit seinem Schicksal gehadert. Aber seit vor acht Jahren seine kleine Enkelin geboren worden war, hatte er sich damit abgefunden. Und als ersichtlich wurde, dass dieses Kind das absolute Gehör und eine unglaubliche Liebe zur Musik entwickelte, war die Freude endgültig in sein Leben zurückgekehrt.
Er hatte begonnen, Jacqueline sein nicht unbeträchtliches Wissen zu vermitteln und sie zu unterrichten. Und sie war eine gelehrige Schülerin geworden.
Noch immer fröhlich vor sich hinsummend, zog er einen Sessel heran. Machte sich daran, die Geige mit Gold durchzogenen Darmsaiten zu beziehen, die er vorher sorgfältig mit Alkohol gereinigt hatte. Dann bespannte er den Geigenbogen mit den weißen Haaren vom Schweif eines Hengstes und präparierte sie mit Collophonium. Er stimmte das Instrument sorgfältig; wandte dabei all seine kleinen Tricks an, die er sich im Laufe eines langen Lebens angeeignet hatte.
Schließlich sank er erschöpft, aber sehr zufrieden für einen kurzen Augenblick in sich zusammen – um aber sogleich wieder auf zu springen.
Schon lange hatte er für diesen großen Augenblick ein  Blau schimmerndes Samttuch vorbereitet, das einst Jacquelines Großmutter besonders gerne getragen hatte. Darauf legte er jetzt vorsichtig, beinahe zärtlich, die von ihm erschaffene Geige und hüllte sie sorgfältig ein.
Er nahm seinen dicht gewebten Überwurf vom Haken, zog eine warme Mütze tief über Stirn und Ohren, packte einen zuvor schon bereitgestellten Geigenkasten mit der linken Hand und klemmte das blausamtene Paket vorsichtig unter den rechten Arm.
Die Kälte schlug ihm klirrend entgegen, als er die Tür öffnete und ins Freie trat. Aber heute kümmerte ihn das wenig, und er schritt zügig aus. Sein Ziel war das talwärts gelegene Haus des Sohnes.
Auf sein Klopfen hin öffnete ihm die kleine Jacqueline und versuchte sogleich, ihn stürmisch zu umarmen. Was aber infolge ihrer geringen Größe, des Geigenkastens und eines geheimnisvollen, blauverhüllten Paketes etwas schwieriger ausfiel als erwartet.
"Großvater, wo warst du denn so lange?  's Christkindli war schon da! Hat nimmer länger warten können!", teilte sie ihm aufgeregt mit. Zog ihn in die gute Stube.
Dort war die Familie bereits um einen vor brennenden Kerzen strahlenden Baum versammelt und wollte anscheinend soeben nachsehen, was das Christkindli so alles beschert hatte.
"Ein wenig spät!", knurrte der Sohn des Geigenbauers verärgert. Und auch seine Frau blickte nicht sehr freundlich.
"Nichts für ungut!", beschwichtigte der Alte.
" 's wird schon seinen Grund haben", fügte er noch geheimnisvoll lächelnd hinzu.
Legte das sorgfältig gehütete Paket unter den Baum.
Sah dabei seine Enkelin an.
Erst dann nahm er Hut und Umhang ab. Warf sie, entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, unachtsam über einen Stuhl und öffnete mit vor gespannter Erwartung zitternden, noch von der Kälte steifen Fingern seinen eigenen Geigenkasten.
Er nahm seine eigene Geige heraus, klemmte sie zwischen Kinn und Schulter und führte den Bogen probeweise über die Saiten.
Sein Sohn blickte ihn erstaunt an und warf dann einen nachdenklichen Blick auf das kleine, blaue Paket, das der Vater mitgebracht hatte. Drehte sich in plötzlichem Verstehen um, nahm nach kurzer Überlegung eine Geige zur Hand, die anscheinend in einer Vitrine einen Ehrenplatz hatte.
Vorsichtig! Sehr vorsichtig!
Verständlich wenn man weiß, dass es eines der Instrumente war, die vor langer, langer Zeit einer seiner Vorfahren erschaffen hatte.
Er stimmte vorsichtig in das Spiel des Vaters ein, der bereits die Augen geschlossen hielt, um sich besser konzentrieren zu können. Denn allzu lange hatte André aus Verbitterung, aber auch aus Zeitmangel nicht mehr gespielt. Hatte nur ab und zu einem Instrument einige wenige Töne entlockt, um dessen Schwächen oder Fehler, manches Mal auch Stärken aufzudecken.
Jacqueline beobachtete die beiden erstaunt.
Dann überzog ein unglaubliches Strahlen das kleine Gesichtchen, das vor freudigem Schreck zuerst weiß und dann puterrot geworden war.
Sie fiel vor dem geheimnisvollen, in blauen Samt gehüllten Paket auf die Knie. Entfernte vorsichtig die Hülle und kniete einen Moment lang sprachlos auf dem Boden, ohne sich zu bewegen.
"Na, so nimm sie doch schon", lachten ihr Vater und der alte André gleichzeitig auf.
Sie hatten beide schon längst ihr Spiel unterbrochen, um Jacqueline zu beobachten.
Da griff das Mädchen ganz vorsichtig nach dem Instrument, das extra für ihre kleinen Hände gebaut worden war. Mit andächtigen Bewegungen hob sie es ans Kinn, neigte der Geige liebevoll den Kopf entgegen und wandte sich dem Großvater mit strahlenden Augen zu.
Sie zögerte nur noch einen kurzen Augenblick. Dann holte sie tief Luft und ließ das Instrument in derartiger Freude und Fröhlichkeit aufjubeln, dass nicht nur dem alten André Tränen der Ergriffenheit in den Augen standen.
Eine ganze Weile lauschten die Erwachsenen dem Spiel des kleinen Mädchens, und die Gewissheit wuchs in ihnen, dass hier ein begnadetes Wesen schon jetzt seine Bestimmung gefunden hatte.
Schließlich ließ Jacqueline einen Ton endlos lange und quälend schön ausklingen; setzte den Bogen ganz zart ab, und ihre entrückten Augen kehrten nur allmählich, beinahe widerwillig, in die Gegenwart zurück.
"Danke, Großvater!" flüsterte das Mädchen leise. Und spielte für ihre Lieben all die Lieder, die uns die Weihnachtszeit beschert.

©by Gitta Landgraf-Hausmann

Aus meinem EBOOK 

"KEINE ANGST VOR WEIHNACHTEN"

www.artforsale.wien 



Dienstag, 28. November 2017

"KEINE ANGST VOR WEIHNACHTEN" von GITTA LANDGRAF


KEINE ANGST VOR WEIHNACHTEN 

von GITTA LANDGRAF





Und wieder war die Weihnacht gekommen. Eine ausgesprochen gefährliche Zeit für Gänse. Vor allem in der Slowakei.
Juro stand grübelnd vor dem Stall, in dem zwei Kühe, einige Schweine, und ein ganzer Haufen schnatternder Gänse Unterkunft gefunden hatten.
Finster starrte er auf den Boden und scharrte nachdenklich mit dem rechten Stiefel im Staub.
Übermorgen war der erste Weihnachtsfeiertag. 
Auf den er sich  eigentlich freuen sollte. 
Gab es da doch besonders gutes Essen.
Bei diesem Gedanken erhellte sich seine finstere Miene ein wenig. Vor allem als er an die Unzahl herrlich flaumiger Knödel dachte, die seine Mutter auf dem Teller aufzutürmen pflegte. Oder an die köstlichen, mit den verschiedensten Marmeladen gefüllten Palatschinken, von denen Juro eine ganz unglaubliche Menge verschlingen konnte.
Er träumte genüsslich vor sich hin. Verbot sich allerdings – und das nicht ohne Grund - an das beliebteste Weihnachtsgericht zu denken. An knusprig braun gebratenen Gänsebraten.
Schweren Herzens betrat er den Stall, wo eine Gänseschar versammelt war und sein Kommen lautstark begrüßte. Und Pavla, der wohlgenährte Gänserich, seine Artgenossen mit gezielten, kräftigen Schnabelhieben vertrieb, um Juro aufgeregt schnatternd aus nächster Nähe begrüßen zu können.
Da fühlte sich Juro gleich noch viel elender, als er sich ohnedies schon fühlte.
War er doch bei Pavlas Geburt dabei gewesen. Hatte zuvor das aus dem Nest gerollte Gänseei aufgehoben, unter seinen Pullover gesteckt, es mit sich  herumgetragen und ihm die nötige Wärme gegeben. Erst als das Kücken schon das Atemloch in die Eischale drückte und sich durch kleine Piepslaute bemerkbar machte, hatte Juro das bereits berstende Ei der geduldig brütenden Muttergans wieder untergeschoben.
Pavla war das erste Küken gewesen, das sich aus seinem Schalenkäfig und den Hornhüllen befreite. Und Juro hatte mit strahlenden Augen beobachtet, wie der Winzling zu laufen versuchte; was beim ersten Versuch in einem äußerst schmerzhaft wirkenden Spagat endete.
Bald darauf watschelte Pavla in vorderster Front hinter Juro her, wenn dieser die Gänse auf die Weide führte. Ja, der Gänserich trieb sogar seine Artgenossen durch lautes Flügelschlagen und Geschnatter zu unbedingtem Gehorsam und Eile an.
Wie konnte Juro da zulassen, dass  s e i n  Pavla heute mit all den anderen Gänsen von einem Geflügelhändler abgeholt werden sollte. Um mit Sicherheit bald danach als Gänsebraten zu enden!
Der Junge strich dem Gänserich unter all diesen schwerwiegenden Gedanken über den gefiederten Kopf. Pavla hatte diesen nämlich zwischen den Holzlatten durchgezwängt. Einfach um liebevoll ein wenig an Juro’s Jackenknöpfen zu knabbern.
Und genau in diesem Moment überstürzten sich die Ereignisse.
Juro war gezwungen, ohne langes Nachdenken zu handeln.
Er hörte einen laut hupenden Wagen.
Das konnte nur der Geflügelhändler sein! war er entsetzt.
"Schnell Pavla!" rief er dem Gänserich zu. Riss die Tür zu dem Verschlag auf, packte den verblüfften Gänserich am Schnabel und zerrte ihn eiligst heraus.
Pavla verlor bei diesem rüden Manöver sogar einige weiche, weiße Federn. War offensichtlich empört über die unsanfte Behandlung. Teilte dies auch dementsprechend lautstark mit, was den restlichen Gänsechor unglückseligerweise ebenfalls zu aufgeregtem Geschnatter veranlasste. Und als sich dann auch noch Kühe und Schweine dem Protest mit lautem Muhen und Quieken anschlossen, war in dem sonst so ruhigen Bauernhof die Hölle los.
Aber Juro kümmerte dies alles nicht.
Er packte den wohlgenährten Gänserich um die nicht allzu schlanke Mitte.
Hob ihn vor Anstrengung ächzend hoch.
Kletterte, so schnell er konnte, die Leiter hinauf, die auf den Heuboden führte und warf sich – samt Gänserich ins duftende Heu.
Pavla selbst quäkte nur noch einmal ganz leise – erschrocken – auf und verhielt sich dann erstaunlich ruhig.
Möglicherweise aber nur deshalb, weil ihm Juro mit festem Griff den Schnabel zuhielt.
Mit pochendem Herzen beobachtete der Knabe, wie der Geflügelhändler die Gänseschar in  Käfige trieb, sie zählte, sich verwundert am Kopf kratzte, noch Mal in den Stall zurück ging. Und dann auch noch die hintersten Winkel absuchte. Schließlich gab es eine äußerst lautstarke und heftig geführte Diskussion mit Juros Vater, der die angeblich verminderte Gänsezahl entschieden bestritt, woraufhin eine Autotür krachend zuschlug, und ein altersschwaches, schwer beladenes Vehikel den Bauernhof mit quietschenden Reifen verließ.
Jetzt erst gab Juro erleichtert Pavlas Schnabel frei.
Was mach ich jetzt mit ihm? zerbrach er sich dann den Kopf.
Pavla schien das allerdings nicht allzu sehr zu interessieren. Vielmehr begann er Hälmchen aus dem duftenden Heu zu zupfen und sie genüsslich zu verspeisen. Und im selben Moment fiel Juro siedendheiß ein, was er bei all der Aufregung vergessen hatte.
Eigentlich sollte er doch schon längst in der Schule sein!
Er spielte doch heute Abend in der Weihnachtsaufführung eine wichtige Rolle!
Der Junge sprang auf. Raste ins Haus, kam mit seinem Kostüm zurück. Packte Pavla zum zweiten Mal an diesem Tag um die wohlgenährte Mitte und stahl sich –schwer bepackt - vom Hof.
Draußen angelangt, setzte er den Gänserich im kalten Schnee ab. Und Pavla watschelte leise quäkend getreulich hinter Juro her. So als wenn es - wie zur Sommerszeit - auf die Weide ging.
Der Lehrer staunte nicht schlecht, als er seinen Schüler mit einer Gans im Schlepptau sah. Und zu Juros Empörung lachte er aus vollem Herzen, als er von Pavlas drohendem Schicksal und der Errettung daraus hörte.
Zu Juros Erleichterung gestattete er dann jedoch, dass sich Pavla ein Weilchen auf dem Schulhof erholen durfte. Allerdings nur, bis er Pavla selbst in einen eilends aufgetriebenen Käfig gesteckt hatte.
So schien der Abend für alle Beteiligten doch noch recht positiv zu enden.
Bald darauf trafen auch schon die ersten Zuseher ein.
Auch Juros Eltern waren darunter.
Die waren natürlich sehr stolz, dass ihr Sohn einen der Heiligen Drei Könige spielen durfte. Saßen erwartungsvoll in der ersten Reihe und blickten gespannt auf die Bühne, während der Vorhang von einem niedlichen, pausbäckigen Englein zur Seite gezogen wurde.
Anfangs lief auch alles wie am Schnürchen.
Josef hatte seinen Text nicht vergessen.
Maria war mit ihrem lockigen Blondhaar unter hellblauem Tuch besonders lieblich anzusehen; die Puppe, die das Jesuskind spielte, war schlicht und einfach aller liebst.
Aber dann kamen die Heiligen Drei Könige. Die Myrrhe, Weihrauch und Gold bringen sollten.
Wobei Myrrhe und Weihrauch bereits anstandslos von zweien der Könige dargebracht worden waren.
Und nun Juros große Stunde schlug. 
Es war an ihm, das Kästchen mit Gold darzubieten.
Aber statt seinen Text zu sprechen und das Kästchen darzubieten, stand er wie versteinert auf der Bühne.
Ganz blass war er unter der Schminke geworden.
Was war geschehen?
Er hatte schlicht und einfach das Kästchen vergessen!
Oh Gott! Was sollte er nun tun?
Starren Auges blickte Juro sekundenlang so verzweifelt ins Publikum, das jedermann wusste, es musste etwas ganz schreckliches passiert sein. Einige Zuschauer stöhnten sogar entsetzt und voll Mitgefühl laut auf.
Da lief auf einmal ein Strahlen der Erleichterung über Juros Gesicht.
"Ich bin gleich wieder da!" rief er. Und rannte von der Bühne.
Verwirrtes, betretenes Schweigen lastete über dem Zuschauerraum.
Verlegenes Gekicher war von der Bühne her zu vernehmen.
Händeringend ging der Lehrer, hinter den Kulissen auf und ab. Wusste offensichtlich nicht, was zu tun sei.
Aber! Da tauchte Juro auch schon wieder auf.
Und nun trug er tatsächlich ein Kästchen vor sich her.
Nun –  Kästchen ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck.
Denn eigentlich trug er einen Käfig.
Einen Käfig, in dem der fröhlich schnatternde Pavla saß.
Und so brachte Juro dem Christkind – anstelle eines Kästchens mit Gold – Pavla, den Gänserich dar.

Sekundenlang herrschte verblüffte Stille.
Sowohl auf, als auch hinter der Bühne und im Zuschauerraum.
Aber dann brach unbeschreiblicher Jubel los.
Schließlich waren die Bauern dieser Gegend ganz besonders stolz auf ihre herrlich fetten, köstlich schmeckenden Gänse.
Und alle hielten Juros Auftritt für einen genialen Regieeinfall des Lehrers.
Nur Juros Vater stimmte nicht in den Jubel ein.
Hatte  er doch Pavla auf den ersten Blick erkannt.
Hier war also die fehlende Gans! dachte er beschämt. Entschuldigte sich im Geist bei dem armen Geflügelhändler, der so harsche, unfreundliche Worte von ihm zu hören bekommen hatte.
Juro aber war der Held des Abends. So dass sein Vater nicht lange böse sein konnte und sogar vergaß, sich eine Strafe für ihn auszudenken.
Und es ist beinahe überflüssig zu bemerken, dass eine Gans, die dem Jesuskind an Stelle von Gold als Gabe dargebracht worden war, nie und nimmer verspeist werden durfte.
Nicht heuer und nicht im nächsten Jahr.

©by Gitta Landgraf/gitta.landgraf@gmail.com

Samstag, 18. November 2017

VINTAGE-MODESCHMUCK-PRÄSENTATION & WEIHNACHTLICHES in der RINGSTRASSENGALERIE


VINTAGE-MODESCHMUCK-PRÄSENTATION
&
WEIHNACHTLICHES
RINGSTRASSENGALERIE, 1010 WIEN, KÄRTNERRING 5 - 7

26. NOVEMBER 2017 10 - 16 Uhr

Signiert DOMBROWSKI

 BILLETS

BILLETS


 d'ORLANE signiert

Dienstag, 14. November 2017

"A GLIMPSE OF HOPE/HOFFNUNGSSCHIMMER" ORIGINALBILD und FOTOBEARBEITUNG



"A GLIMPSE OF HOPE/HOFFNUNGSSCHIMMER"



ACRYL AUF LEINEN, Format 50 x 60 cm,
Euro 790,--

"A GLIMPSE OF HOPE/HOFFNUNGSSCHIMMER/DRUCK AUF LEINEN"
FORMAT 50 x 60 cm   Euro  250,-- incl. Versand in Rolle EU-weit

BEI INTERESSE gitta.landgraf@gmail.com

Dienstag, 7. November 2017



Brosche (Bakelit?) signiert Made in Germany

Höhe 8 cm / Euro 77,--

Clipse, goldfarben, Glascabochon, um 1960, Durchmesser ca. 3 cm  Euro 44,--

signierte ZAPPE Stecker, ca. 2,3 cm  Euro 42,--

 

Brosche signiert PIERRE LANG, ca. 5 x 3 cm, bunte Schmucksteine, Straß  Euro 49,--

VINTAGE-MODESCHMUCK-PRÄSENTATION 

RINGSTRASSENGALERIE 1010 Wien, Kärntnerring 5 -7

SONNTAG,  12. NOVEMBER 2017  10 - 16 Uhr

Bei Interesse: mail an gitta.landgraf@gmail.com

 

 

!!! VORSCHAU AUF WEIHNACHTEN !!!

!!!Ich freue mich auf Ihren Besuch!!!

Gitta Landgraf-Hausmann

www.artforsale.wien